westheim.org

unser Dorf im Netz

Vor, und nach, dem zweiten Weltkrieg gab es in Westheim noch viele Lebensmittel-Geschäfte.  Das Angebot der Waren war nicht sehr groß, reichte aber für die Versorgung der Einwohner aus. Salz, Zucker usw. gab es in Säcken. Für Rosinen, Nudeln und andere kleinere Waren gab es Regale mit verschiedenen Schubladen. Es wurde alles abgewogen und in Papiertüten verpackt. Milch wurde mit einem Litermaß gemessen, und in Kannen  verkauft.  Brot und einige Backwaren gab es nur beim Bäcker, welche aber auch Lebensmittel verkauften.  Durch Hausschlachtungen wurden Wurstwaren selbst hergestellt.  Obst gab es nur von einheimischen Früchten. Honig, Marmelade, Rübenkraut usw. wurden von vielen Haushalten erzeugt.

Nun zu den einzelnen Geschäfte:
 

"Assmuth" Kasselerst. 21. Lebensmittel.

"Kleck" Kasselerstr. 20. Bäckerei und Lebensmittel. (Erstes Cafe in Westheim.)

"Otto" Kasselerstr. 26 Filiale Fa. Otto, Meerhof, Wurst und Fleischwaren.
 

"Degenhardt" Kasselerstr. 23. Lebensmittel. Hier wurden auch kleine Landwirtschaftliche Geräte angeboten.

"Wernecke" Kasselerstr. 39. Bäckerei und Lebensmittel.

"Godehardt" Kasselerstr. 45 Filiale, Wurst und Fleischwaren.

"Molkerei" Kasselerstr. 44. Hier konnte man Milch, Butter und Sahne kaufen.

"Michels" Kasselerstr. 54. War das letzte Lebensmittel-Geschäft in Westheim. Es wurde 2017 aufgegeben.

"Schlüter" Im Belgrad 14. Bäckerei und Lebensmittel.

"Fogolin" Auf der Insel 31. bei der evangelischen Kirche. Lebensmittel
 

"Zieren" Auf der Insel 25. Lebensmittel. In diesem Haus war auch die Spar- und Dahrlehnskasse untergebracht

"Hartwig" Auf der insel 2. Lebensmittel.

"Stratmann" Waldeckerstr. 7. Bäckerei und Lebensmittel.

"Reck" Franziskusstr. 23. Lebensmittel.

"Schmücker" Franziskustr. 43. Lebensmittel.

"Godehardt" Franziskusstr. 19. Wurst und Fleischwaren.

"König" Hoppenberg. 21. Lebensmittel.

"Rasche" Lindenweg 9.  Wurst und Fleischwaren.

Lebensmittel-Geschäfte für den täglichen Gebrauch gibt es heute in Westheim nicht mehr.

Es gab, und gibt heute noch viele Einzelhandels-Geschäfte in Westheim. Es würde den Rahmen sprengen um sie alle aufzuführen.

Wolfgang Becker
Ortsheimatpfleger
Westheim
Im Juli 2017

Bedeutung der Straßen und Wege in Marsberg, Ortsteil Westheim:

Bevor Westheim im Jahre 1975 der Stadt Marsberg zugeordnet wurde, gab es noch keine amtlichen Straßen- und Wegebezeichnungen. Es mußte darauf geachtet werden, damit in keinem Ort der Stadt Marsberg ein Namen zweimal vorkam. In Westheim gab es vor 1975 nur Hausnummern. Wenn ein Haus neu errichtet wurde bekam es die nächste Hausnummer.

 

Doch nun zu den Straßen- und Wegenamen:

"Kasseler Straße."

Die Kasseler Straße ist die Durchgangsstraße von Westheim. Sie wurde etwa 1840 erbaut. Damals hieß sie: "Provinzialstraße  von Hagen nach Beverungen". In Beverungen gab es eine Furt durch die Weser, und man konnte von da aus in den Norden von Deutschland gelangen. Später hieß sie Hauptstraße, bzw. Bundesstraße 7. Ab 1975 KasselerStraße.

 

 

"Alter Postweg."

Von der Kasselerstraße zweigt der Alter Postweg ab. Es ist eine "Sackgasse". An der Einmündung steht ein etwas größeres Mietshaus. Hier stand früher das "Kaiserliche Postamt". Ein wunderschönes Gebäude, welches leider abgebrochen wurde. Ein weiterer Abzweig ist die

 

"Belgradstraße."

Es ist eine Bogenstraße, welche wieder auf die Kasselerstraße mündet.

Der Sage nach hat der Name folgende Bedeutung: Am Ende der Straße gibt es "Am Steinbring" ein Denkmal. Es steht auf einer Erhöhung, einem Fels

(grad) welcher sich von Blankenrode bis in Richtung Korbach zieht.

(Siehe auch Westheimer Abbruch.org ) Vor vielen hundert Jahren hat man hier auf dem Grad einen heidnischen Gott mit dem Namen "Bel" verehrt.

Daher "Belgrad". Dann folgt von der Kasselerstraße der Abzweig zum

 

"Hoppenberg."

Am Hoppenberg hat man vor langen Jahren versucht Hopfen anzubauen, was sich wohl nicht lohnte. Heute zieht sich der Hopfen an Drähten hoch.

Damals hat man Stöcke benutzt um den Hopfen hochzuziehen. Der Bauer, welche die Stöcke anfertigte, hatte als Beinamen "Hoppenstock". Vom Hoppenberg geht die Straße

 

"Schöne Aussicht"

ab. Man hat von hier einen wunderbaren Ausblick über das Diemeltal, mit seinen Häusern.

 

Da die Siedlung oberhalb vom Hoppenberg in einer waldreichen Gegend gebaut wurde, hat man die  Wege nach Baumarten ernannt:

"Ahornweg", "Akazienweg"," Kastanienweg", "Buchenweg", "Lindenweg","Birkenweg" ,"Ulmenweg", "Eschenweg","Kiefernweg". Unterhalb vom Hoppenberg verläuft die

 

"Rosenstraße."

Von hier hat man einen schönen Blick auf den Dahlberg. Vom unterem Teil des Hoppenberges geht der Weg

 

"Im Dahle".

Benannt nach dem Dahlgraben. Am Abzweig der Strasse nach Oesdorf verläuft die Strasse

 

"Hoppenbeeke".

Die Hoppenbeeke (Hoppenbicke) ist ein kleiner Bach welcher unterhalb des Meierberges entspringt, unter der B7 und dem Bahndamm zum Dahlbach geführt wird. Bei starker Schneeschmelze und starken Regen kann er gewaltig anschwellen. Von der Hoppenbeeke zweigt noch die Straße

 

"Püllweg"

ab. Hier haben sich, ebenfalls wie an der Hoppenbeeke, mehrere Bauernhöfe angesiedelt.

 

Auf der anderen Seite der Kasselerstraße verläuft zunächst der Weg

 

"Am Wehr".

Das Block (Wehr) staut das Wasser der Diemel auf und leitet einen Teil in den Mühlengraben. Bevor der Mühlengraben aufgegeben wurde, floss das Wasser, nachdem es zwei Mühlen angetrieben hatte, wieder in die Diemel.

So entstand zwischen Diemel und Mühlengraben die Strasse

 

"Auf der Insel",

Ein Stück von Westheim, welches komplett von Wasser umgeben war. Die alte Mühle von Westheim stand damals an der heutigen Straße

 

"An der Mühle"

Gleich daneben verläuft der

 

"Steinweg"

neben dem Bahndamm. Am Oberlauf der Diemel hat man den Diemeldamm auf mehrere Meter angefüllt, damit kein Hochwasser den Ort überschwemmen konnte. Daher der Name

 

"Diemeldamm".

Von der Kasselerstraße geht eine Straße über die Diemelbrücke ins Waldecker Land, die

 

"Waldecker Straße"

Von der Waldecker Straße zweigt der Weg

 

"Im Winkel"

ab. Vor der Diemelbrücke fängt links die Straße

 

"An der Diemel"

an. Sie endet am östlichen Ausgang des Dorfes. Parallel dazu wurde die

 

"Franziskus Straße"

gebaut. Im Jahre 1966 wurde die Franziskus-Schule erbaut. 1975 erhielt die Straße ihren Namen. Die Straße

 

"Graf-Stolberg-Straße"

unterbricht die Franziskusstraße von der Diemel bis zum Bahndamm. Der Graf Stolberg verkaufte seine Wiesen an die Gemeinde Westheim und sie wurden weiter verkauft an willige Bauherren. Ebenso die

 

"Vitusstraße"

Dem Schutzpatron der Kirche geweiht. Von der Kasselerstraße bis zur Diemel verläuft die

 

"Industriestraße"

da sich mehrere Industrie-Firmen niedergelassen hatten. Parallel zum Bahndamm verläuft die Straße

 

"Dörpeder Mark"

Sie soll an den Ort erinnern, welcher vor Jahrhunderten untergegangen ist. Zum Schluß der

 

"Meierplatz"

Damals gab es noch eine "Gräflich zu Stolbergsche Gutsverwaltung". Es waren sehr viele Leute beschäftigt.  Die Milchwirtschaft wurde auch als Meierei bezeichnet. (Herstellung von Milchprodukten, Käse usw.) Die Franziskusstraße, die Graf Stolbergstraße, die Vitusstraße und der Meierpatz waren, vor der Bebauung, Hütewiesen für die Kühe (Meierei).

 

Wolfgang Becker

Ortsheimatpfleger

Westheim

Hochwasser 16. Juli 1965 in Westheim

 

Nach tagelangen Regenfällen waren in unserer Gegend Flüsse und Bäche stark angeschwollen. Der Pegelstand der Diemel war so hoch gestiegen, daß die Brücke an der Straße nach Helmighausen die Wassermassen kaum fassen konnte. Viele Keller in der Siedlung standen unter Wasser.

 

Schlimmer war es allerdings vom Dahlbach gekommen. Der Bach führte sehr viel Wasser. Als sich dann ein Wasserfaß, aus Richtung Oesdorf kommend, vor einer Brücke festsetzte, war es geschehen. Die Wassermassen konnten  ungehindert ins Dorf fliessen. Der Bahndamm hielt das Wasser zurück, so daß Hauptstrasse (B7), Belgradstrasse und alter Postweg teilweise bis zu zwei Meter unter Wasser standen. Der alte Feuergraben war der einzige Durchlass wo der Dahlbach in die Diemel fliessen konnte.

 

Bei den etwas tiefer liegenden Häuser stand das Wasser meterhoch in den Wohnräumen. Viele Tiere ertranken. Von der Kanzel in der Kirche rief der Herr Pastor am Sonntag alle Westheimer auf, den geschädigten Bürgern zu helfen. Viele Leute kamen. Bauunternehmer mit Radladern. Bauern mit Trecker und Wagen, andere mit Schaufeln. Einige Häuser waren nur noch zum Teil bewohnbar. (Siehe auch "Alte Bauernhöfe und Häuser in Westheim").

 

Der Zusammenhalt der Westheimer Bevölkerung war sehr groß.

Zur gleichen Zeit wurde in Westheim die Kanalisation gebaut. Die Arbeiten verzögerten sich durch das Hochwasser. Die Aufräumungsarbeiten zogen sich noch wochenlang hinaus. Nach Jahren wurde der Dahlgraben ab der B7 ausgebaut und verlegt. Jedoch an der Stelle wo das Wasser ins Dorf hereinbrach wurde leider nichts unternommen, sodaß eine Überschwemmung, wie damals, auch heute bei starken Regen  nicht ausgeschlossen ist.

 

Zur Information noch folgender Hinweis: Laut der Westheimer Chronik wird berichtet, daß am 10. Juni 1758 ein schwerer Donner und Hagel auf Westheim hernieder ging. Vielen Bauern ging für mehrere Jahre die Ernte verloren. Doch hierzu einen späterer Bericht, auch von den Namen der Westheimer Bauern, die man heute nicht mehr kennt.

 

Nun zu den Bildern:

 

Bild 1 "Hauptstr. ab rechts Molkerei" Foto von Herrn Kambach, damaliger Leiter der Poststelle Westheim. Aufgenommen vom Postamt Westheim.(Heute Bürohaus Alfons Jesper).

 

Bild 2  " Haus Gasthof Degenhardt" - Foto Ludger Dickmann. Aufgenommen von Textilhaus Jesper.

 

Bild 3 " Milchwagen vor der Molkerei", links das alte Haus von Engelhardt, heute Blumen Trachternach. Foto Josef Hülsmann.

 

Bild 4" Zeitzeuge Wolfgang Becker. Vor dem alten Gasthof "Wegener-Hülsmann" Es fuhr damals noch eine Kraftpost von Westheim über Meerhof nach Fürstenberg. An der Wand ist noch zu erkennen wie hoch das Wasser stand. Man rauchte noch "Juno". Foto Josef Hülsmann.

 

Wolfgang Becker

Ortsheimatpfleger

Westheim

 

Recht herzlich möchte ich mich bei  Herrn Jörg Erkel von der Firma HRT bedanken, welcher für mich unentgeldlich die Berichte einstellt.

Marsbergs Fundstück des Monats April 2015 beschäftigt sich mit der „Urwahl“ –

Erster, demokratischer Wahlkampf anno dazumal im Jahr 1848

 

Westheim.Eine absolute Rarität erhielt jetzt der Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit e. V.“ für die Sammlungen des Museums „Haus Böttcher – Marsbergs Haus der Geschichte aus 1589“. Die originale Urkunde aus dem Jahr 1848 zeigt die Anfänge der Demokratie und blickt auf das Wahlrecht samt der Wahlordnung. Dieses Relikt wurde nun von den „Marsberger Geschichten“ zu Marsbergs Fundstück des Monats April 2015 prämiert. Der Sauerlandkurier stellt die geschichtlichen Hintergründe exklusiv vor. Zur damaligen Zeit lebte Joseph Theodor Graf zu Stolberg-Stolberg in Westheim. Dort hatte er bereits im Jahr 1840 das sogenannte „Gut Westheim“ erworben. Stolberg wurde am 12.08.1804 auf Haus Lütkenbeck geboren und starb am 05.04.1859 in Rumillies in Belgien. Sein Vater war der bekannte, zum Katholizismus konvertierte Jurist und Dichter Friedrich Leopold zu Stolberg-Stolberg. Er war befreundet mit Johann Wolfgang von Goethe, Matthias Claudius und Johann Gottfried von Herder. Joseph Theodor Graf zu Stolberg-Westheim studierte in Münster und Bonn. Im Jahr 1824 trat er als Novize in den Jesuitenorden ein. Innerhalb des Ordens verbrachte er in Brig, Freiburg und Rom weitere Studienzeiten. 1834 schied er aus dem Orden aus und trat in das österreichische KuK-Militär ein. Dort brachte er es bis zum Leutnant. 1837 kehrte er nach Preußen zurück. In seiner Zeit in Westheim, das damals noch zum Kreis Büren gehörte, wurde er 1843 durch die Landstände des Kreises aus drei Kandidaten als Landrat ausgewählt. Preußischer Landrat konnte nur werden, wer Grundbesitz im Landkreis hatte, in Unabhängigkeit garantierenden Vermögensverhältnissen lebte und seine fachliche Qualifikation in einer Prüfung nachwies. 1843 erfolgte durch Graf Stolberg erst eine kommissarische Übernahme der Verwaltung des Bürener Landratsamts, die 1845 eine Ernennung zum Landrat Bürens zur Folge hatte. Darüber hinaus war Stolberg Mitglied des westfälischen Provinziallandtages. 1848 kam es in deutschen Landen zu Revolutionen. Auch in Westheim gab es Proteste von Bauern, die gegen das Gut „marschierten“. Als Landrat forderte Graf Stolberg das Militär an, da es bereits Ausschreitungen und Brandstiftungen gegen das Schloss Fürstenberg gegeben hatte. Aufgebrachte, teils angetrunkene Bauern versammelten sich beim Schloss und verlangten die Ablösung von gutsherrlichen Lasten. Graf Stolberg versuchte sie zu beruhigen. Was zunächst nicht gelang. In der Chronik steht aber geschrieben: „Allein mit der Nacht kam die Ruhe, des folgenden Morgens war Westheim wieder nüchtern und die Revolution war vorüber…“. Aus dieser „Revolutionszeit“ resultierend entstand auch ein Kreuz auf dem Büchenberg. Dieses ist allerdings eine andere Geschichte. Marsbergs Fundstück des Monats wiederum ist ein Flugblatt an die damaligen Bewohner des Kreises Büren. Es wurde in Paderborn bei der „Junfermann´schen Buchdruckerei“ erstellt. Landrat Graf Stolberg hatte es im April 1848 von Westheim aus in Auftrag gegeben. Es handelt sich um den ersten Aufruf zur sogenannten „Urwahl“, der Wahl zur Nationalversammlung. In dem Wahlaufruf bittet Graf Stolberg als Landrat die Bürger in seinem „Wort des Ernstes und der Liebe“: „Mit dem plötzlich eingetretenen Wechsel unsrer öffentlichen Verhältnisse, sind mancherlei Wünsche und Bestrebungen aufgetaucht, deren Gegenstand denen von welchen sie ausgingen nicht klar war…“. Graf Stolberg verweist darauf, dass die Bürger mit Überlegung und Anstand zu den „bevorstehenden Urwahlen“ gehen sollten, da sie „für uns von größter Wichtigkeit sind“. Er schreibt auch, wem die Stimme nicht zu erteilen sei: „Jene, die aller geistigen Güter baar, ihr zeitliches Vermögen durch Liederlichkeit und Prozeßkrämerei verloren haben, solche wollen wir nicht wählen.“ Ferner: „Jene, deren Glaubensbekenntnis uns höchstens aus den Taufbüchern bekannt ist, die aber die Kirchenluft nicht vertragen können… solche wollen wir unter keinen Umständen wählen.“ Auch „Männer ohne Erwerb“, die „von Haus zu Haus ziehen“, „Quertreibereien und Feindschaften anstiften“, die „hinter vollem Glase über die Welt den Stab brechen“ oder die nur auf ihren eigenen „Dünkel gestützt sind“ waren lt. Graf Stolberg nicht wählbar. Zu Letzt verweist Stolberg auf die „guten Christen“. „Freiheit ist das allgemeine Loosungswort“. „Wehe dem“, „der mit Geschenken“ die Wahl zu beeinflussen versuchte. Auch dem „Branntwein“ sagte er dem Kampf an. Zur Wahl bat er: „Nüchtern, im vollen Frei-Genusse unsrer Sinne… an´s Werk“ zu gehen. Im April 1848 reichte Graf Stolberg seinen Abschied als Landrat ein, der im Juni des Jahres ausgesprochen wurde. Man wählte Stolberg in die Nationalversammlung. Im Jahr 1849 war er an der Gründung der Zeitung „Deutsche Volkshalle“ in Köln und eines Anti-Duellvereins beteiligt. Später entsandte man ihn nach Berlin in die zweite Kammer des Preußischen Landtags für den Wahlkreis Büren-Warburg-Höxter. Als führender Vertreter des politischen Katholizismus im 19. Jahrhundert gründete er vor Ort den Piusverein und in Regensburg den deutschen Bonifatiusverein. Bis zu seinem Tod in 1859 war er auch deren erster Präsident. Nähere Informationen zum Fundstück des Monats finden Sie unter: www.Marsberger-Geschichte.de          

 

Fotos im Anhang:

 

01        Marsbergs Fundstück des Monats April 2015: Der Urwahl-Aufruf vom Bürener Landrat Joseph Graf zu Stolberg-Westheim aus dem Jahr 1848 an die Bevölkerung.

 

02        Ein zeitgenössisches Bildnis von Joseph Graf zu Stolberg-Westheim.

 

03        Das Westheimer Schloss im Jahr 1874.

 

 

 

Zur Geschichte der Gasthöfe in Westheim

Ein Bericht von Wolfgang Becker, Bildbearbeitung Horst Mänz, Umsetzung auf die Homepage Jörg Erkel


Gasthof Degenhardt

Als die Eisenbahn auch in Westheim ihren Betrieb aufgenommen hatte wurde im Jahr 1875 der Gasthof durch Friederich Joseph Degenhardt eröffnet.

Durch die Nachfolge der Generationen wechselten die Besitzer. 1907 Wilhelm Degenhardt 1937 Friederich Degenhardt 1950 Willi Degenhardt.

Links von der Treppe befand sich das Gastzimmer. Im Gebäude rechts der Treppe war ein Geschäft eingerichtet. Neben Lebensmittel wurden überwiegend bäuerliche Waren angeboten. Am Haus rechts befand sich die erste Tankstelle von Westheim. Bevor die Autos mit Benzin fuhren, kaufte man Spiritus in Apotheken zum betreiben der Fahrzeuge. Daher heute noch oft der gebräuchliche Name "Sprit".

Das Haus Degenhardt wurde immer weiter ausgebaut. Im hinterem Teil war ein Saal eingerichtet. Der Schützenverein, der Gesangverein (probte hier einmal die Woche), der Sportverein und weitere hielten ihre Versammlungen ab. Der Laden wurde aufgegeben und vermietet. Unter anderem befand sich hier eine Agentur, ein Obstladen, eine Eisdiele, eine Fahrschule.

Als Willi Degenhardt im Jahre 2006 verstarb, einige Zeit später auch seine Frau Gisela, wurde die Gaststätte aufgegeben. Nach kurzem Leerstand kaufte Friseurmeister Aßmuth das Gebäude und richtete einen modernen Salon ein. Im Laden rechts ist heute eine Fotoausstellung eingerichtet.


Gasthof Hülsmann

Der Betreiber des Gasthofes war  Herr Hennecken. Als die Eisenbahn 1872 fertig wurde hatte der Besitzer an den Bauleuten (Überwiegend Gastarbeiter u.a. aus Italien) gute Geschäfte gemacht. Er verkaufte 1880 den Gasthof und erwarb ein Hotel in Scherfede. Johann Wegener kaufte dann das Gebäude und gab ihm den Namen "Gasthof zum Bahnhof". Schon frühmorgens wurde das Lokal geöffnet. Viele Arbeiter nutzten die Bahn um an ihre Arbeitsstellen zu gelangen. Fam. Wegener verkaufte sehr viel Rauchwaren an die Fahrgäste. Die Bauern aus den umliegenden Ortschaften brachten in der Frühe die Milch zur gegenüber liegende Molkerei. Im Winter tranken sie ihren Schnaps zum aufwärmen, im Sommer ihr Bier um gegen die Wärme anzukommen. Den ganzen Tag war ein reger Betrieb. Aus allen Ortschaften kamen die Bauern, Handwerker und Privatleute um ihre bestellten Waren vom Bahnhof abzuholen. Im, und nach dem zweiten Weltkrieg kam ein Arzt zweimalig in der Woche um eine Sprechstunde abzuhalten. 1921 hatte Karl Hülsmann durch Heirat mit Elisabeth Wegener das Lokal übernommen. Nach dem Krieg übernahm Josef Hülsmann mit seiner Frau Elisabeth den Betrieb und führten ihn erfolgreich weiter.

Als im Jahre 1965 das schlimme Hochwasser über Westheim hereinbrach wurde der Gasthof zum Bahnhof stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Wasser stand meterhoch in den Gasträumen. An eine Renovierung war nicht zu denken. Elisabeth und Josef hatten den Mut eine neue Gaststätte zu bauen. Im Bild vorn sieht man den neuen Gasthof. Hinter dem Gebäude das Dach des alten Hauses. Rechts daneben im Gebäude befand sich eine Drogerie.Später unter anderem ein Bilderrahmengeschäft. Im Hintergrund der Bahnhof. Links die Molkerei.

Im Jahre 1995 verpachtete Elisabeth und Josef Hülsmann den Gasthof. Nach verschiedenen Pächtern ist heute die Pizzeria "Mamma Mia" eingezogen.


Restaurant-Cafe Kleck

Im Jahr 1928 pachtete Heinrich Kleck mit seiner Ehefrau Änne die Bäckerei von Fam. Domann, vormals Rosenkranz. 1935 kauften die Eheleute Kleck das Gebäude.

In den Jahren 1956 und danach wurde das Gebäude umgebaut und immer wieder erweitert. Die Bäckerei wurde modern umgebaut. Ein Cafe kam dazu.

Später wurde eine Gaststätte eingerichtet. 1962 übernahm Heinz Kleck mit seiner Ehefrau Hannelore den Betrieb und erweiterten ihn immer weiter und moderner. Ein Saal wurde angebaut. Es wurden regelmäßig Tanzveranstaltungen gemacht, welche von der Westheimer Bevölkerung und weit darüber hinaus freudig angenommen wurden. Eine Kegelbahn kam hinzu.

Im Saal fanden immer mehr Veranstaltungen statt. Einige Jahre gab es Karneval-Sitzungen mit einem Verein aus Düsseldorf. Gästezimmer, welche auch heute noch gut angenommen werden, kamen hinzu. 1975 machte Hannelore Kleck die Meisterprüfung im Bäckerhandwerk. So konnte sie den Betrieb nach dem Tode von Heinz Kleck 1991 weiter führen.

Hannelore und Tochter Ariane schlossen 1995 die Bierstube und das Restaurant. Heute führen sie das Cafe, den Bäckereiladen, eine Heißtheke und die Gästezimmer weiter. Ariane machte erfolgreich ihre Bäckermeister-Prüfung. Im Saal finden heute sehr viele Veranstaltungen statt. Auch für kleinere Feiern stehen zwei kleinere Räume zur Verfügung.


Zum Blauen See

Bevor Johann Jesper 1900 das Haus kaufte befand sich schon ein kleiner Lebensmittelladen und eine Schankwirtschaft darin. Um 1920 wurde das Haus um ein Stockwerk erweitert. In einem Nebengebäude betrieb Herr Jesper eine Stellmacherei. Die Schankwirtschaft wurde von der Familie Jesper weiterhin betrieben. Heinz Jesper sen. hatte ein kleines Textilgeschäft im Haus. Als der Laden zu klein wurde, baute man ein größeren Raum an. Heute der Saal des Gasthofes.

Familie Jesper verpachtete ab 1958 das Lokal an verschiedene Betreiber.

Alfons Jesper übernahm die Wirtschaft 1978. Sie wurde weiterhin verpachtet. Auch als 2003 Herr Edmund Hering das Gebäude kaufte. Da der "Blaue See" sehr nah am Diemel-Radweg liegt, wird er gern von Radfahrern besucht.


Zum Diemeltal

Josef Reck erbaute nach dem zweiten Weltkrieg in der heutigen Franziskusstraße ein Wohnhaus mit kleinem Lebensmittelladen. Um 1954,da die Siedlung immer größer wurde, entschloß er sich ein Gasthaus anzubauen. Bis zum Jahre 1966 wurde das Lokal von Josef Reck und seiner Frau Elfriede betrieben. Dann wurde es von mehreren Pächtern weitergeführt. Im Jahr 1986 wurde die Gastwirtschaft geschlossen.

Zwei Jahre später kaufte Josef Beller das Gebäude und baute es um. Er errichtete ein Geschäft für Raumausstattung darin.


Welzig Johannes

Im Jahre 1971 baute Johannes Welzig in der heutigen Franziskusstraße eine kleine Gastwirtschaft. Mit seiner Ehefrau Christa führte er das Lokal. Bis heute ist die Wirtschaft ein gern besuchtes Haus für Jung und Alt. Durch den Anbau eines Wintergartens kann er auch eine größere Personenzahl bedienen. Seit mehreren Jahren haben sich etliche Sparclups angesiedelt.


Forsthaus und Schenkwirtschaft Jägerpfad

Obwohl das Forsthaus nicht auf Westheimer Boden steht, sollte es trotzdem erwähnt werden. Vor und nach dem zweiten Weltkrieg kauften die Westheimer ihr Brennholz im "Warburger Wald". In der Schenkwirtschaft (Es wurden nur Getränke ausgeschenkt) wurde dann eine Rast eingelegt, bis es mit den Pferdegespannen heimwärts ging. Heute ist das Forsthaus Jägerpfad unbewohnt.

Wer ist online

Aktuell sind 311 Gäste und keine Mitglieder online

Link1 | Link2 | Link3

Copyright © 2017 Team westheim.org. All Rights Reserved.